Archiv für Januar 2009

Macher-Mentalität

Sagte vor ein paar Jahren die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins bei einer Informationsveranstaltung über die damals gerade die Gesetzgebungsphase erreichende und sehr umstrittene Agenda Zwanzigzehn: „Ich finde, wir sollten es einfach mal versuchen.“

Ganz Großes Herrenscrabble oder
falsches Subjektbewusstsein

Intelektuelle Sternstunde zum Morgenkaffee (der zu dünn war): Der Fraktionsvorsitzende einer bürgerlichen Partei hat Frust, weil er am Wahlabend nirgends sein Gesicht in Kameras halten darf und macht sich über die ehrenamtlichen Arbeiter eines selbstverwalteten Kulturzentrums her. Der Verein möchte einen Vertrag, der ihn entlastet, damit er wieder Kultur machen kann statt überwiegend Parties zu organisieren und jede Ausgabe dreimal durchzurechnen. Nicht mit diesem fraktionsvorsitzenden Bürger. Der stellt mit Donnerschreibe fest, bisher gebe es „lediglich 600 Unterschriften des Vereins, die einen Vertragsbruch andeuten.“ Fragt man sich, wie die das machen, so eine Andeutung, diese frechen Unterschriften.
Die weiter unten stehende und in Kenntnis der Tatsache, dass der Verein quasi die halbe Kulturarbeit (und wie ich betone die gesamte interessante) der Stadt schmeißt, aufgestellte Behauptung, der Verein sei nicht gemeinnützig, weil er kein e.V. hinterm Namen habe, kommt da nur auf den zweiten Platz. Denn das ist eine absichtliche Dummheit und die sind nur halb so komisch.

Wenn Du bei McDonalds in der Schlange deinen Kopf nach hinten drehst

Meldung 1: Wie erst jetzt bekannt wird, sollen Beamte des Frankfurter SEK nach ihrer Weihnachtsfeier kurz vor Heiligabend im Bahnhofsviertel eine Massenschlägerei mit den Türstehern eines Bordells angezettelt haben.

Meldung 2: Anders als bisher dargestellt, hat der 34-jährige Berliner Zivilbeamte, der am Silvesterabend einen unbewaffneten 24-jährigen Autofahrer getötet hat, auf diesen sofort und aus nächster Nähe geschossen. Von den acht Schüssen, die der Polizist abgegeben hat, war bereits der erste tödlich.

Meldung 3: Wie in vielen anderen Städten fand auch in Duisburg am Wochenende eine Demonstration gegen den israelischen Einsatz im Gaza-Streifen statt. Ein Student hängte aus Solidarität „mit der einzigen Demokratie der Region“ je eine Israel-Flagge vor sein Wohnzimmerfenster und an seinen Balkon. Als die Demonstranten das Haus passierten, wurden Gegenstände geworfen und antisemitische Parolen gerufen. Die Polizei, anstatt dies zu unterbinden, trat die Wohnungstür des Studenten ein und entfernte die Fahnen. Die Demonstranten bedankten sich mit Jubel und Beifall.

Dank an palastbruder für den Hinweis
Dank an Jan Seghers („Wir liiieben Ihre Bücher, Herr Seghers!) für die Zusammenstellung.

Klassenkampf #1

Vollumfänglich profitieren