Archiv für April 2009

Nicht ganz wetterfest

Der Mann, der einmal im gemütlichen Berlin über Waffenlieferungen an Israel wetterte, dann aber, als er kurze Zeit später, „da unten“ in politischer Mission höchstpersönlich unterwegs, die Sirenen heulen hörte, feststellte, „daß sich die Sache vor Ort etwas anders darstellt“, zeigt sich auch in anderer Hinsicht nicht ganz wetterfest. Glaubt zumindest der Mitte-Blogger und politische Konkurrent Mark Seibert

Das berufliche Werden bestimmt das Bewusstsein

Aus irrelevanten Gründen arbeite ich zur Zeit in der Bibliothek der Rechtswissenschaften. Dort traf ich einen Freund aus der Schulzeit und als der sah, dass ich, um mit ihm einen Kaffee trinken zu gehen, mein Laptop einpackte, fragte er ehrlich verblüfft: „Hast Du kein Laptop-Schloss?!“

Politically Incorrect

Sagte mal eine Kommillitonin – überdurchschnittliche Studienleistungen, studentisch-liberales Gepräge, Mitglied des Fachschaftsrats Anglistik – während wir eine Präsentation planten und das Thema auf irgendeine Äußerung (ich hatte wahrscheinlich Richtigstellung oder ähnlich gesagt) aus dem Zentralrat der Juden in Deutschland kam: „Ich sehe das eigentlich antisemitischer als Du.“ Sie hat das hinterher nicht korrigiert, sie hätte es ganz sicher nicht so gemeint gehabt haben wollen, hätte sie es irgendwann gemerkt. Erfrischend.

Konfektion 38

Neulich in der Umkleide: Eine Frau, zwischen fünfzig und sechzig Jahre alt, probiert ein Kleidungsstück an. Sie tritt vor ihre Kabine und betrachtet sich im Spiegel. Eine Freundin der Frau, ungefähr gleichen Alters, betrachtet eingehend die Frau. „Was issen das jetzt für ´ne Größe?“, fragt sie, nachdem sie ein paar Sekunden das Kleidungsstück und die Freundin begutachtet hat. „Das ist jetzt 38″, antwortet die Frau. „Ja, ich hab´ ja auch 38″, stürzt es aus der Freundin der Frau hervor, kaum dass die Andere die geforderte Antwort geben konnte. Das war ihr wohl wichtig.

Effis Welt II – Besitzstandswahrung

Zu Besuch bei Effi. Schön ist die neue Wohnung, die Effi Anfang des Monats gemeinsam mit ihrem Freund bezogen hat. 3 ZKB, helle, große Räume. Besonders das Wohnzimmer mit Holzbalken und einer hohen Decke hat es uns angetan. Blick auf die Berge und die Skyline, Nähe S-Bahn. Die Einrichtung ist ebenfalls vom Feinsten. Fast alles ist neu – die beiden sind bei den Eltern aus- und sofort zusammengezogen. Dunkle Möbel im orientalischen Stil. So etwas mögen wir auch sehr gerne. Mit den anderen Gästen der „klitzekleinen Einweihungsfeier“ setzen wir uns auf die ausladende, gemütliche Couch. „Ist die aber schön“, sagt meine Freundin, höflich sagt sie das, aber es ist ehrlich anerkennend gemeint. „Ja, nicht wahr?“, antwortet Effi. „Deshalb habe ich sie auch ganz alleine bezahlt.“ Wir sehen uns verwundert an. Was bedeutet jetzt das? Fragen wir dann auch. „Naja“, erklärt Effi, „die Kosten für alle anderen Möbel haben wir uns geteilt. Nur die Couch, die hab´ ich selbst bezahlt.“ Wir müssen noch mal fragen. „Na ist doch klar!“ Jetzt ist Effi langsam ehrlich verwundert über unsere Begriffsstutzigkeit. „Wenn wir uns mal trennen, dann kann ich die Couch behalten.“