Archiv für Mai 2009

einfache Anweisungen finden

-------- Original-Nachricht --------
Datum: Fri, 29 May 2009 17:03:57 +0200

An: XXXXX@gmx.de
Betreff: [XXXXX@gmx.net] Ökologisch im Internet

Hallo!
Das Thema ökologische Suchmaschinen: ich „google“ immer mit Forestle und ich kann Forestle wärmstens empfehlen. Ich komm beim Yahoo basierten Forestle genauso gut und schnell an die gewünschten Ergebnisse wie ich es vorher bei Google gewohnt war. Die Indikatorsuche finde ich außerdem sehr praktisch. So bin ich sofort bei Wikipedia oder Youtube.
Der Öklogische Nutzen ist bei Forestle um ein vielfaches größer als bei anderen angeblich ökologischen Suchmaschinen wie Znout und Ecofree. Ich finde es außerdem viel benutzerfreundlicher als Hornvogel.
Das Problem ist, dass noch viel zu wenige Forestle nutzen bzw überhaupt davon wissen. Dabei kann man mit drei Schritten sehr viel bewirken:
1. www.forestle.org als Startseite festlegen (einfache Anweisungen sind auf auf forestle zu finden),
2. Forestle als Suchleiste im Browser einrichten (einfache Anweisungen gibt es ebenfalls bei forestle)
3. Eine Email an alle Freunde schicken damit auch sie auf Forestle umsteigen.
Viele Grüße
XXX

Originalabsender: XXXX@gmx.net

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Der Jubel des Juden nach der Hostienschändung

Unter dem sprachlich interessanten Titel „Ohne zu zuschauen“ kommentiert (der Dokfilm-Regisseur?) Jan Ralske in einem Leserbrief an M, die Zeitschrift der Deutschen JournalistInnen Union diese Kolumne über den Gazakrieg, und zwar so:

Der Kolumnist weiß alles besser: Das hauptsächliche Problem mit dem Gaza Krieg war, dass Al Dschesira immer wieder ein Baby mit schweren Verbrennungen im Gesicht zeigte, und der amerikanische Facharzt nicht „live“ dabei erklären durfte, dass vielleicht die Verbrennungen nicht durch israelisches Phosphor verursacht wurden. Was sonst will der Autor uns mit seinem Bericht „Ohne Zuschauer“ mitteilen? … Und wenn er dann verurteilt war, mit anderen „Zuschauern“ auf Hügeln in Israel die Explosionen der 500 kg Präzision-Bomben aus sicherer Entfernung zu beobachten, warum berichtet er nicht über den Jubel der Israelis bei jedem Einschlag? Die Israelis wollten diesen Krieg, er gefiel diesen Zuschauern. (…) Hat er vielleicht vergessen, dass es die Israelis waren, die seit 2002 über 24 Journalisten in Gaza / West Bank getötet haben? Die westlichen Medien wollen einfach nichts wissen von Hamas und dem Leiden der Palästinenser.

Solche Leserbriefscheiber kennt jede Redaktion. Argumentationen funktionieren meist so oder so ähnlich: Es wird ein Bogen von der geplanten Kindertagestätte zum Kapitalismus als solchem und von dort mittels Zahlen- oder Bodenmystik über ein drohendes Schwarzes Loch zum Ursprung allen Lebens oder zur familiären Herkunft des Bürgermeisters geschlagen. Veröffentlicht werden solche Briefe natürlich nicht. Sie werden verschämt zur Seite gelegt. Dass es der Redaktion der Gewerkschaftszeitschrift nicht gelungen ist, die Einlassungen von Jan Ralske nicht als Brief diesen Typs zu identifizieren, dass sie seinen Inhalt stattdessen offenbar als normale Position handhaben, lässt viel tiefer blicken als ich in eine gewerkschaftlich organisierte Redakteursseele schauen möchte.

„Stabile Verhältnisse für unser schönes Kungelbach“

Grundsatzrede des Bürgermeisters stößt bei Delegierten des Vereinsrings auf Zustimmung

Kungelbach (oz). Eine richtig fette Scheißspießer-Veranstaltung war die Hauptversammlung des Vereinsrings Kungelbach. Der fetteste von allen Spießern war der Bürgermeister. Dieser belästigte die Leute, die entweder in Tracht oder mit Schlips gekommen waren und denen der Rollmops aus der Küche des Kungelbacher Altenheims, der in der Pause der Veranstaltung gereicht worden war, teils geschmeckt hatte, teils ein bisschen auf den Magen geschlagen war, eine Stunde lang mit einer Wahlkampfrede, in der er mitteilte, dass er ein ganz toller Hecht sei und keinesfalls, so viel Ironie müsse ja nun sein, wie es den Anschein habe ein Rollmops und das Demokratie darüberhinaus immer dann schlecht sei, wenn er sich nicht durchsetzen könne. Meistens kann er sich aber durchsetzen, weil seine Partei, die einmal angetreten war, alle Verhältnisse umzustürzen, die aus dem Menschen ein geknechtetes usw. Wesen machen, die absolute Mehrheit im Stadtparlament hat und die hat seine Partei deshalb, weil seine Partei alle Verhältnisse umgestürzt hat, die aus dem Menschen ein nicht in Vereinen organisiertes Wesen machen. Damit die in Kungelbach herrschenden Verhältnisse auf immer so bleiben wie sie jetzt sind, also stabil, besticht seine Partei alle Vereine im Ort. Deshalb gebe es ja auch den Vereinsring, erläuterte der Lokalpolitiker. Die Bestechung erfordere so wesentlich geringeren logistischen – „wie man ja heute neudeutsch sagt“ – Aufwand. Funktioniere der Vereinsring, rechnete der Würdenträger vor („sympathisch, dass er seine Amtskette heute im Schrank gelassen hat“, Stadtrat Willy Blodt), so funktioniere auch die Demokratie, so herrschten auch stabile Verhältnisse. Denn schließlich gilt in Kungelbach die Faustregel: Alle Kungelbacher, die wählen gehen, sind in Vereinen.
Der Rest – über ein Drittel der Bevölkerung – ist in Kungelbach von jeder demokratischen Teilhabe ausgeschlossen, da die Bundesrepublik Deutschland bekanntermaßen ein strukturell rassistisches Land ist. Dieses Drittel stammt nämlich nicht aus einem Herrenrassen- oder zumindest aus einem südeuropäischen Land – wo ja immerhin zweitklassiges genetisches Material vorgehalten wird. Das inzwischen die Polen mitwählen dürfen ist für die meisten Kungelbacher, die alle am Flughafen arbeiten und den Bau der Startbahn West toll fanden, jetzt aber den der Landebahn Nordost schlecht, was sich bei einem Blick auf die geographische Lage Kungelbachs leicht erklären lässt, das also jetzt auch schon die Polen mitwählen dürfen finden sie nicht so lustig, aber zumindest gibt es in Polen keinen Hub-Flughafen, der der FRAPORT Konkurrenz zu machen in der Lage wäre, also sind die nicht ganz so schlimm wie die Bayern, denn da gibt´s einen solchen Hub. Die Polen allerdings, vielmehr die Polinnen, sollen allerdings lieber weiterhin bei ihnen daheim saugen und blasen – die Urkungelbacherinnen erledigen nämlich überwiegend nur eine Hälfte dieses der Frau zugedachten Spektrums an Aufgaben, weswegen man sie auch lautstark verbessern und sich ausführlich unterhalten darf, wenn eine Kungelbacherin in den öffentlichen Raum eindringend meint, eine Rede halten zu sollen. Wählen gehen müssen jedenfalls die Polinnen nach überwiegender Ansicht nicht. Das könnte am Ende noch die absolute Mehrheit der Partei des Bürgermeisters im Kungelbacher Stadtparlament beenden, was verheerend wäre, da ja dann die regelmäßigen Bestechungsleistungen für die Kelsterbacher Vereine nicht länger gesichert wären.
Der Vorstand des Vereinsrings wurde im Übrigen bestätigt – einstimmig. Nach Informationen, die ozmataz mediaservices vorliegen könnten wenn sie wollten, war das auch schon vorher so ausgemacht gewesen. Der Bürgermeister bekannte sich daher, nachdem sich außerdem abzeichnete, dass er mit aufs Pressefoto des neuen, alten Vorstands durfte, „vorbehaltlos“ zur Demokratie.

Ostküste Ecke Taunusanlage

Als der Intelektuelle einmal in einer Diskussion vorschlägt das nochnichtaberhoffentlichbald revolutionäre Subjekt in einem Schreiben, das sich an dieses Subjekt richtet, nicht allzu leicht anzufassen, auf dass es zu wirklicher Auseinandersetzung mit dem im Schreiben Geschriebenen genötigt werde, sagt der Funktionär: „Wir brauchen Kräfte!“ Das ist als Gegenargument gemeint und soll heißen: es dem nochnichtaberhoffentlichbald revolutionären Subjekt ganz besonders einfach machen, auf dass es sich ohne großes Grübeln oder gar – schlimmer – den Umweg des Beleidigt- oder – am schlimmsten – Verwirrtseins, das Schreiben noch in der Hand, directemang an den PC setze, um die Fahne der Revolutionären Partei auf diesem geraden und ordentlichen Postwege zu erwerben, alsdann zu ergreifen und dann mal sehn. Was denn dann mal sehn? Es gelingt dem Partei-Idealisten diese Frage abzufangen: „Das Kapital hat Name und Anschrift!“
Doch keine Angst haben müssen die Kapitalisten. So schlimm kann die Diktatur des kräftigen Proletariats für die Benennbaren und Anschreibbaren nicht werden. Das wird im Verlauf des Abends klar. Der Aktivist – den hat so eine Gruppe natürlich auch – definiert später „was für mich Linkssein bedeutet“. Linkssein bedeutet für den Aktivisten: „Ich bin immer auf der Seite der Schwächeren.“

Klassenkampf #3

fiat lux