Archiv für Juli 2009

Bildet Banden! oder Baby, you can paint my car

Wenn vier junge Männer den weiten Weg aus Thüringen, Berlin und Brandenburg auf sich nehmen, um in Darmstadt ihren Wunsch nach kreativer Entfaltung auszuleben und nebenbei der Menschheit ein neues Kunstwerk zu schenken. Wenn sie dafür sogar neben dem weiten Weg auch noch ein erhebliches juristisches und körperliches Risiko eingehen. Was dann? Dann darf man über dieses Ereignis nicht nur unter der Rubrik Kriminalität (anstatt zum Beispiel im Feuilleton) berichten, man darf die Künstler auch als „Mitglieder einer Bande“ bezeichnen.
Eine Gesellschaft, die solche Journalisten hat, braucht kein Propagandaministerium.

Endlich wieder sagen, was man denkt.

Wenn ein Mensch die Politik des Staates Israel pauschal als rassistisch verurteilt, mit dem Apartheidsregime in Südafrika vergleicht, Mahmoud Ahmadinejad zustimmt und glaubt dessen Aufforderung „Israel von den Seiten der Geschichte zu tilgen“, stelle Israel nicht in Frage; Wenn so jemand nicht wissen will, warum es Israel im großen und ganzen eigentlich gibt und geben muss, sondern nur im Detail darüber reden mag, was dort alles falsch läuft, wenn so jemand dann auch noch die ganze Zeit mit der eigenen Verfolgungsgeschichte hausieren geht, um durch diesen Vergleich dann auch noch den letzten Rest der Legitimation Israels wegzudiskutieren;
Was macht der beste, freieste, demokratischste und toleranteste Staat der Welt der deutschen Geschichte mit so einer? Er verleiht ihr das Bundesverdienstkreuz (1. Klasse). In Deutschland darf man wieder sagen lassen, was man denkt.

Hotel zur Mordeslust

Der Assistent des iranischen Innenministers für soziale und kulturelle Angelegenheiten, Ali-Resa Afshar, äußerte sich am 18. Juli 2009 wie folgt zur Haftpolitik des Regimes:

„Leider sind unsere gesellschaftlichen Verhältnisse derart, dass Berufsverbrecher überhaupt keine Angst davor haben, ins Gefängnis zu kommen, mit anderen Worten, unsere Gefängnisse sind für die Verbrecher wie ein Hotel. (…) Die Gefängnisse müssen so sein, dass Berufsverbrecher nicht den Wunsch verspüren, in diese Räumlichkeiten zurückzukehren.“

Ein ganzer Kerl

Mit Dank an timanfaya_ fürs entdecken und weiterzeigen

Ranzig gewordene Versprechungen II

Was ist eigentlich aus dem Aufstand der Anständigen geworden?
Dazu zwei Vermutungen, die sich nicht unbedingt ausschließen:
Erstens, es gab gar keinen solchen, sondern eher einen Umstand der Betroffenheit.
Zweitens, er ist am Anstand der Aufständigen gescheitert, die, bevor sie bei irgendeiner wirklichen Ursache ansetzten, erstmal eine Bahnsteigkarte kaufen, dann in die Kirche gehen, dann in die Zeitung schauen…