Archiv für Dezember 2009

Feldforschung

Die Ernte der hochwertigsten Teesorten geschieht heute noch von Hand. Dies erfordert viel Fingerspitzengefühl, deswegen sieht man vor allen Frauen bei der Ernte.

Aus dem GU Küchenratgeber „Teatime“

Bildungsnotstand

Wenn ein SPD-Politiker findet, HartzIV-Empfänger sollten kein Weihnachtsgeld kriegen und ein anderer SPD-Politiker daraufhin die BILD-Umfrage zum Thema geiselt (via facebook) und nicht etwa seinen Papp Parteikameraden und wenn dann ein sogenannter Kommentarwichser das hier als Kommentar hinwichst:

BSc Txxxxx Kxxxxxxx
Kürzen wäre doch sinnvoll….wenn ich mir die leute so anschaue, dann geht denene viel zu gut. Und die die wirklich in Not sind haben nichts, weil nichts da ist.

und man (also ich) sich dann übersetzen lässt, dass der Namensbestandteil BSc für Bachelor of Science steht, dannjadann, hab ich immerhin eins gelernt. Dass die Studierenden, die derzeit gegen ihre eigene Verblödung demonstrieren, auf der richtigen Spur sind.

The Office

Beim Stromberg schauen an Kästner gedacht:

Was auch geschieht!

Was auch immer geschieht:
Nie dürft Ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man Euch zieht,
auch noch zu trinken!

Schmückende Beiworte

Aus einer Abonnementen-Werbungskarte der Tageszeitung junge Welt:

(…) Umgekehrt sprechen auch die schmückenden Beiworte, mit denen sie (die Zeitung, oz) von ihren Gegnern bedacht wird, von politischer Klarheit und Hilflosigkeit im Umgang mit ihr. Sie reichen von „traditionskommunistisch“ (Verfassungsschutz), „stalinistisch“ (Die Welt), „antisemitisch“ (konkret und Die Welt) bis „Obdachlosenzeitung“ (taz). Die Adjektive drücken die Mischung von Grusel und Empörung aus, die den deutschen Durchschnittsschreiber befällt, wenn er ahnt, daß die Macher dieser Zeitung ein illusionsloses Verhältnis zu der Gesellschaft haben, in der sie leben (…)

Rekapitulation/Übersetzung: „antisemitisch“ ist ein schmückendes Beiwort, dessen Verwendung zur Beschreibung der Zeitung junge Welt durchaus als Lob interpretiert werden kann, in dem Sinne als es von der konsequenten und illusionslosen Haltung der Zeitung gegenüber den herrschenden Verhältnissen zeugt. In etwas so wie „stalinistisch“ oder „traditionskommunistisch“. Wer ohne Illusionen die gesellschaftlichen Verhältnisse beschreibt, kommt also zu einer redaktionellen Linie, die sich als antisemitisch umschreiben lässt. Wer die etablierten Medien provozieren will, ohne Falsches zu sagen (denn das würden die Redakteurinnen und Redakteure sicher nicht von sich behaupten), argumentiert am Besten in einer Weise, die sich als kommunistisch, stalinistisch oder eben antisemitisch beschreiben lässt.

Commercial Break

Mein Wunschzettel für Weihnachten ist fertig.