Fundstück

Der süße Brei

Der Bundesgerichtshof gibt der Klage auf höhere HartzIV-Bezüge für Minderjährige nicht statt, weil erst noch die Reaktion des Parlaments auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur selben Frage abgewartet werden müsse.
Das Qualitätsradio hr-info hat für seinen Überblick am Anfang des Nachrichtenblocks ein knackiges Label für das so trockene Thema gefunden:

Kein Nachschlag für Kinder von HartzIV-Empfängern.

She´s cosmic, yeah!

Ein Interview, das der Hessische Rundfunk mit Frau Nina Hagen führte und das ich zufällig mit anhörte, fand ich so schaurig-schön, dass ich die besten Passagen mitschneiden musste. Viel Vergnügen:

Ihr Vater war Hans Hagen und der hatte ja auch schon im Dritten Reich (und nicht erst unter „der DDR-Zensur“, oz) schwer unter den Nazis zu leiden.
Kommt aus einer jüdischen Familie, seine Mutter ist Deutsche, keine Jüdin. Der Vater war Jude. `Ne Bankiersfamilie, ganz tolle Leute, die Oma und der Opa, die dürften erst heiraten, nachdem das dritte Kind schon auf der Welt war. Es gab damals schon und heute immer noch bei den Juden so einen Rassismus, dass sie es nicht gerne sehen, wenn nichtjüdische Frauen geheiratet werden oder umgekehrt, wenn eine jüdische Frau einen nichtjüdischen Mann heiratet. Das find´ ich alles ganz traurig.
Bleiben wir noch mal bei Ihrer Kindheit (…)

Der Liebe Gott und das Leben selber hat mich diesen Weg gehen lassen, dass ich Stück für Stück immer mehr verstanden habe, dass es einen Gott gibt und dass wir uns auf ein ewiges Leben freuen können. Und dass das hier ein wahnsinnig gefährlicher Boden ist, ein gefallener Planet, wo ganz viele schreckliche Sachen passieren. Und wo die Menschen sich wirklich das Schlimmste, Unausdenkbare gegenseitig antun können. Und gleichzeitig gibt es aber auch das absolut Gute im Menschen. (…)

(Im Ashram, oz): Ich war nie so fanatisch, ich war nie ständig hingerannt gekommen, obwohl einige der Fanatiker dort immer gesagt haben, ich soll kommen, ich muss jedes Jahr kommen. Ich muss dort am Nawarthri teilnehmen, am Erneuerungsfest und so weiter, wo man neun Tage lang hungert und fast überhaupt nicht zum Schlafen kommt und nur Mantras duseln muss und ich hab da schon Leute gesehen, die wurden wieder nach Hause geschickt, weil sie nämlich einfach schlichtweg verrückt geworden sind, (…)

Der hr1-Fragebogen:
Ich bin stolz darauf, …
Ich bin stolz darauf, dass es eine göttliche Schöpfung gibt, ist das nicht ein Grund stolz zu sein, dass wir eine Existenz haben, ein Dasein, dass wir am Leben sind? Und weißte worauf ich ganz besonders stolz bin? Dass der Liebe Gott ´en Masterplan hat. Und dass er uns das ewige Leben schenkt und nicht nur so´n kurzes Blumendasein. (…)
Ich möchte gerne mal einen Abend verbringen mit: …
Mit der israelischen Regierung.
Oh, das wird ein lustiger Abend.
Doch, dann sing ich „Bei mir biste scheen“
Peinlich ist mir: …
Dass ich das jetzt gerade eben gesagt hab´ „bei mir biste scheen“, bei mir biste gar nich so scheen.
Wird das Thema Abtreibung bei uns vielleicht zu locker gehandhabt?
Naja, wir leben in einer geldorientierten Gesellschaft, Imperialismus, Menschenleben sind nicht so wichtig. Hauptsache der Kapitalist hat genug Kohle in seiner Fabrik da, in seiner Atomfabrik. Das soziale in unserer Gesellschaft lässt sehr zu wünschen übrig, sehr.

Weil sie in der Ausländerbehörde arbeitet, hat eine Aachenerin in einem Café kein Frühstück erhalten. Die Stadt sieht hierin einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz. Vor dem Gesetz sind eben alle gleich. Oury Jalloh und Jürgen Rieger zum Beispiel. Oder Rosa Luxemburg und Hermann Souchon.


http://www.az-web.de/news/kurioses-detail-az/1268922?_link=&skip=&_g=Kein-Fruehstueck-fuer-Mitarbeiterin-von-Auslaenderbehoerde.html

Vaterstaat

Aus einem Flyer, der für den Aktionszug „Das Begräbnis oder DIE HIMMLISCHEN VIER“ zu werben versucht:

Auf dem dritten Wagen fahren Gestalten mit, die noch nicht wissen wollen, für und gegen wen sie sind. Dann kommt ein Wagen mit Arbeitern und einer mit Jugendlichen. „Wir haben kein Vaterland zu verteidigen!“ erklären sie in Deutsch, Tschechisch und Polnisch und treten für die Souveränität der Tschechischen Republik und Polens ein. (…)

Läppisches, Allzuläppisches

Fundort: http://www.ruhrbarone.de/linkenpolitiker-dierkes-das-lappische-existenzrecht-israels