Schriftverkehr

Wenn eine auf einer Internet-Sozialplattform berichtet, sie habe bald ein Vorstellungsgespräch und ein anderer darauf kommentiert „Sei wie Du immer bist, dann bekommst Du die Stelle!“ ist das dann eine ganz furchtbare Gemeinheit oder ein total lieb gemeintes Lob?!

Marketing at it´s best!

Aus der Post:

Liebe Presse (liebes Marketing, hoch verehrtes Mediensystem),

nachdem ich viele Jahre lang als Pressreferentin die PR-Aktivitäten eines der nachhaltigsten (superlativus maximus) Bekleidungs-Unternehmen der Welt („Unternehmens“, will sie sagen) erfolgreich betreut habe (Glückwunsch!), freue ich mich nun auf meine neuen Aufgaben als Marketing Manager der Closewater Ltd (schön, besser Aufgaben haben als in Lohnknechtschaft gefangen sein, nüwwah?!). Die international aufgestellte (Catenaccio!) Closewater Limited bietet eine der nachhaltigsten (superlativus maximus repetetitivus) Trinkflaschen im VK-Preissegment zwischen 8 bis 12 Euro an, die derzeit auf dem Markt zu bekommen sind („ist“, ich helfe, wo ich kann). Selbstverständlich sind alle Trinkflaschen LGA-zertifiziert. (achgutja) In den nächsten Tagen erhalten Sie von mir daher (das darf man nämlich nur mit LGA-Zertifikat!) die ersten Basisinformationen (Bergsteigen?) über das Unternehmen Closewater Ltd. so wie deren Produktpalette und Qualitätsphilosphie, angereichert mit viel Wissenswertem (Mineralien wären bei Wasser ja auch gut zum Anreichern) zum Thema Wasserqualität und persönliches „Trink-Management“ (bestimmt gibt es auch ein dazugehöriges Modul zu „Piss-Management“? man wüsste doch andernfalls gar nicht…), rechtzeitig zum Auftakt in den Frühjahr/Sommer, der erfrischungsintensivsten (da isser wieder der maximus, man wunderte sich schon, und dieser beindruckt mich noch nachhaltiger) Zeit Jahr (ein sehr gelungenes Begriffspaar).
Diese Text- und Bild-Unterlagen möchte ich Ihnen zunächst per E-Mail senden, falls Sie mögen gern auch postalisch (ach, das machen wir sowie Du willst!). Bitte lassen Sie mich wissen (Sie versucht zu sagen: „Bitte lassen Sie es mich wissen“), falls Sie die eine oder andere Form der Übermittlung wünschen. (hab´ ich ja schon) Ich richte mich gerne danach. Auf ihr Feedback (und keineswegs nur auf eine bloße Antwort auf die Frage, ob Mail oder Post…) freut sich Sxxxxx Hxxxxxx Marketing Manager Closewater Ltd.

RT @Titanic

Heute: Thorsten T. aus Googlemail.com
TITANIC-Leser stellen sich vor

Betreff: es gibt kein betreff, hehe.

Datum: Wed, 11 Nov 2009 20:06:35 +0100

Von: Thorsten T*****

absolut bemittleidenswert was ihr macht. euch sollte man wie die juden vergasen und davor eure kinder vor euren augen bei lebendigen leib verbrennen. kein respekt vor der würde des menschen. richtig behindert seid ihr. das hat überhaupt nichts mehr mit satire zu tun.

einfache Anweisungen finden

-------- Original-Nachricht --------
Datum: Fri, 29 May 2009 17:03:57 +0200

An: XXXXX@gmx.de
Betreff: [XXXXX@gmx.net] Ökologisch im Internet

Hallo!
Das Thema ökologische Suchmaschinen: ich „google“ immer mit Forestle und ich kann Forestle wärmstens empfehlen. Ich komm beim Yahoo basierten Forestle genauso gut und schnell an die gewünschten Ergebnisse wie ich es vorher bei Google gewohnt war. Die Indikatorsuche finde ich außerdem sehr praktisch. So bin ich sofort bei Wikipedia oder Youtube.
Der Öklogische Nutzen ist bei Forestle um ein vielfaches größer als bei anderen angeblich ökologischen Suchmaschinen wie Znout und Ecofree. Ich finde es außerdem viel benutzerfreundlicher als Hornvogel.
Das Problem ist, dass noch viel zu wenige Forestle nutzen bzw überhaupt davon wissen. Dabei kann man mit drei Schritten sehr viel bewirken:
1. www.forestle.org als Startseite festlegen (einfache Anweisungen sind auf auf forestle zu finden),
2. Forestle als Suchleiste im Browser einrichten (einfache Anweisungen gibt es ebenfalls bei forestle)
3. Eine Email an alle Freunde schicken damit auch sie auf Forestle umsteigen.
Viele Grüße
XXX

Originalabsender: XXXX@gmx.net

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bürgernah, bürgerlich

Weil einer meiner organisierten Genossen wohl meinte es sei total solidarisch den Mailverteiler des neu gegründeten Kreisverbands Die Linke aufzufüllen, landete da auch meine E-Mail-Adresse. Auf die Art erfuhr ich zum Beispiel, dass man dort schon bei der allerersten Nominierungsveranstaltung damit begann, sich in Lager zu spalten und gegenseitig zu hintergehen. Das wollte ich nicht wissen. Ich bearbeitete mich zu dieser Zeit gerade emotional, um trotz allem doch wählen zu gehen.
Zwei mal bat ich daher, mich wieder aus dem Verteiler zu nehmen. Aber sie hörten nicht auf.
Und dann, eines Tages, bekam ich diese Mail:

DIE LINKE. Kreisverband Groß-Deutschland* schrieb:

>> Liebe Kreisvorstände der Linken Hessen,
>>
>> hiermit bitte ich um Verbreitung der folgenden Mobilisierungsemail für den CSD in Frankfurt vom 18.-20.07.2008
>> in euren KV-Verteilern.
>>
>> Auch für die linke in Hessen im Ganzen ist der CSD ein wichtiger Termin da es eine gute Gelegenheit bietet, öffentlichkeitswirksam udn bürgernah aufzutreten.
>>
>> bitte auch um Rückmeldung des Erhalts dieser Email
>>
>> msG
>> Irgend Jemand* vom
>> LAG Queer Hessen

Getz war ich aber mal doppelt böse. Ich sah mich gezwungen, Stellung zu beziehen:

1. Der Schwulen- und Lesbenbewegung die besten Wünsche
2. Die Linke soll nicht bürgernah auftreten, sie soll die Bürger sein
3. Bitte verschont mich mit euren Mails
4. Bitte verschont mich endlich und endgültig mit euren Mails
5. Bitte verschont mich endlich und endgültig mit euren Mails, ich
hatte bereits darum gebeten
6. Solltet ihr mich nicht damit verschonen, wähl´ ich CDU
7. Sollte ich nochmal irgendwo lesen, dass die Linke bürgernah
auftreten solle, werde ich – schon weil ich mich so über das
grundlegende Missverständnis ärgere, dass hinter diesem Satz
steckt – eine maoistisch-anarchosyndikalistische Bewegung aufbauen
8. Klar?!
9. Bitte an alle vom KV weiterleiten, die mich weiterhin nerven könnten

* Namen von der Redaktion geändert