Zeitungsausschnitt

Der süße Brei

Der Bundesgerichtshof gibt der Klage auf höhere HartzIV-Bezüge für Minderjährige nicht statt, weil erst noch die Reaktion des Parlaments auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur selben Frage abgewartet werden müsse.
Das Qualitätsradio hr-info hat für seinen Überblick am Anfang des Nachrichtenblocks ein knackiges Label für das so trockene Thema gefunden:

Kein Nachschlag für Kinder von HartzIV-Empfängern.

Weil sie in der Ausländerbehörde arbeitet, hat eine Aachenerin in einem Café kein Frühstück erhalten. Die Stadt sieht hierin einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz. Vor dem Gesetz sind eben alle gleich. Oury Jalloh und Jürgen Rieger zum Beispiel. Oder Rosa Luxemburg und Hermann Souchon.


http://www.az-web.de/news/kurioses-detail-az/1268922?_link=&skip=&_g=Kein-Fruehstueck-fuer-Mitarbeiterin-von-Auslaenderbehoerde.html

Einwanderung in die Sozialsysteme

Und warum finden Sie, Hans Riebsamen von der kleinen FAZ, der Zeitung für Rhein-Main, die Einwanderung russischer Juden nach Deutschland so gut?

Die Männer und Frauen aus der einstigen Sowjetunion, die seit 1989 als Einwanderer hierhergekommen sind, stellen eine besondere Gruppe von Migranten dar. Gewiss haben sie, die oft Akademiker sind, sich nicht alle angemessen ins Arbeitsleben integrieren können. Aber 80 Prozent ihrer Kinder machen Abitur. Solche tüchtigen jungen Leute braucht ein Land, das demographisch in eine Schieflage geraten ist.

Ach so. Weil sie die besseren Ausländer sind, die Juden Russen. Lieber ein wertvoller Itzig als ein wertloser Ali. Da haben Sie recht Herr Riebsamen, das ist bestimmt recht gut für uns. Wusste man hierzulande schon im Mittelalter und hat sich deshalb ja auch oft ein wenig gemäßigt.
Aber ist das der einzige Grund? Sollte man als regionaler Staatsträger in einem Kommentar zur Ausstellung „Ausgerechnet Deutschland!“ im Frankfurter Jüdischen Museum nicht auch noch was zur besonderen Beziehung zwischen Deutschland und seinen den Juden sagen? Ach, haben Sie doch auch?

Ausgerechnet Deutschland. Ist das Land, welches den millionenfachen Mord an Juden zu verantworten hat, das richtige Land für jüdische Einwanderer? So mögen Zionisten und die israelische Regierung fragen. Wir aber in Deutschland können einfach nur froh sein, dass nach dem Holocaust Juden hier zu leben sich trauen und dass eine Viertelmillion russische Juden sich nach dem Ende des Kommunismus Deutschland als neue Heimat gewählt hat.
Denn das ist ein Vertrauensbeweis für dieses Land – und zwar von einer Menschengruppe, welche, von einer langen Geschichte der Verfolgung gelehrt, aufziehendes Ungemach oft seismographisch wahrnimmt. Solange Juden sich hier sicher fühlen, dürfen wir unseren Rechtsstaat und unser auf Demokratie und Humanismus gründendes politisches System für weitgehend intakt halten.

Brillant, Herr Kommentator, das hatte ich zunächst gar nicht in seiner ganzen Tragweite erfasst, dieses Argument. Und jetzt beginne ich mit den Vorbereitungen für meine Auswanderung, denn nach der historisch-empirischen Logik nach Riebsamen haben wir ja nicht mehr lange bis zum nächsten Massenmord der gutbürgerlichen Deutschen Faschismus, den dieses Land zu verantworten hat.

Seminartitel: Ethikkodex für den Journalismus

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